VBC Limmattal
, Wigger Oliver

Sieg mit der Brechstange

Wir gingen personell alles andere als in Bestbesetzung in die Partie gegen den VBC ZuZu. Improvisation war angesagt. Andrej, eigentlich Aussenangreifer und zudem krankheitsbedingt angeschlagen, wurde kurzerhand zum zweiten Mittelblocker umfunktioniert. Auf der Aussenposition feierte Trainingsgast Michel aus dem Practicesquad seine Beförderung in den aktiven Kader – und nebenbei auch seinen Geburtstag. Happy Birthday an dieser Stelle.

Mit dem VBC ZuZu wartete ein Gegner, der tabellarisch zwar als Drittletzter geführt wird, uns spielerisch beim Einspielen aber durchaus überraschte. Eine sehr junge, sehr grosse und technisch hervorragend ausgebildete Mannschaft – Volleyball wie aus dem Lehrbuch. Schon beim Einschlagen war klar: Wenn diese Truppe ins Rollen kommt, fliegen die Bälle nicht, sie werden abgefeuert.

Satz 1:
Im ersten Satz zeigte sich schnell, wieso der Tabellenplatz nicht ganz so hoch war wie die Abschlagshöhe. ZuZu produzierte reihenweise Eigenfehler, der Spielaufbau hakte und immer wieder stellten sie sich selbst ein Bein. Zwischendurch blitzte ihr enormes Potenzial auf, doch die Konstanz fehlte. Wir nahmen die Geschenke dankend an und brachten den Satz mit 25:23 ins Ziel.

Satz 2:
Das Drehbuch blieb vorerst gleich. ZuZu weiter fehleranfällig, wir solide und abgeklärt. Mit zunehmender Spieldauer setzte sich die Routine durch, der Druck wurde erhöht und der zweite Durchgang souverän mit 25:16 eingefahren. Es sah nach einem kontrollierten Abend aus – zumindest für den Moment.

Satz 3:
Dann der Paukenschlag. ZuZu kam wie entfesselt aus der Satzpause und legte ein überraschendes 9:1 vor. Zwar kämpften wir uns zurück, doch diesmal liessen sich die Gäste nicht mehr aus der Ruhe bringen. Die Unruhen aus den ersten beiden Sätzen blieben aus, ZuZu spielte diszipliniert und schnappte sich den Satz mit 26:24.

Satz 4:
Der vierte Satz wurde zum eigentlichen Kampfspiel. Der gegnerische Gameplan war klar: Fehler vermeiden, im Zweifelsfall konservativ spielen. Die Fehler blieben aus, Annahme und Defensive standen wie ein Betonblock, jeder Ball wurde sauber in die Feldmitte verteidigt. Mit diesem kontrollierten Spielaufbau hagelte es Einschläge, die man sonst eher vom Einschlagen kennt.

Wir hielten dagegen – allerdings nicht mehr mit Routine oder spielerischer Eleganz. Da sich ZuZu nicht aus der Ruhe bringen liess, blieb nur noch eine Option: rohe Gewalt. Jeder Angriff wurde kompromisslos geschlagen. Es entwickelte sich ein rücksichtsloser Schlagabtausch.

Entscheidend war am Ende – zumindest aus Sicht des gegnerischen Trainers – wohl das häufige, taktisch perfekt platzierte Reklamieren unseres Captains und MVPs Oliver „the Brain“ Wigger. Denn die insgesamt zwei (!) Gespräche mit dem Schiedsrichter brachten den gegnerischen Trainer offenbar derart aus dem Rhythmus, dass dieser sich lieber auf die Forderung einer gelben Karte konzentrierte als auf das Coaching seiner Mannschaft.

Wir entschieden den vierten Satz am Ende mit 26:24. Mehr Glück als Skill? Vielleicht. Eine Verlängerung hätte auf alle Fälle niemanden überrascht. Aber am Schluss gilt: 3 Punkte sind 3 Punkte.
Oder wie Dario vom Säuliamt zu pflegen sagt: „Amä gschänkte Gaul luegsch nöd is Muul.“